Waldmuseum Zwiesel – vom Urwald und wilden Tieren über das Ökosystem des Waldes zur Heimatgeschichte von Zwiesel
Der Besucher des Waldmuseums begibt sich auf eine Reise durch die Natur- und Kulturgeschichte des Bayerischen Waldes. Einen außergewöhnlichen Einblick in die heimische Tier-, Pilz- und Pflanzenwelt bietet ein eindrucksvolles Urwald-Diorama mit originalen Baumriesen und präparierten Tieren. Neben dem Wald mit seinen Bewohnern werden auch die Lebensräume von Wiese und Hecke ausführlich dargestellt. Auch wie der Mensch in dieser rauen und noch vor wenigen Jahren sehr schneereichen Gegend Fuß fasste sowie die Umwelt für seine Bedürfnisse veränderte und umgestaltete, ist hier hautnah begreif- und erlebbar. Im Vordergrund stehen dabei die traditionellen Handwerkerberufe der Holz- und Glasverarbeitung. Zu sehen ist auch eine der ältesten Apotheken des Bayerischen Waldes mit Kräuterkammer und ein wundervolles, raumgreifendes Miniatur-Glasmacherdorf. Informationen und Sehenswürdigkeiten zur Stadtgeschichte sowie eine umfangreiche Sammlung von Schmucktabakgläsern runden die Führung ab.
Referent: Rainer Bastl
Treffpunkt: Eingangsbereich / Foyer des Museums am Kirchplatz 3
Zeit: 14.00 Uhr
Programmdauer: 60 Minuten
Gebühr: Reguläre Führungsgebühr
Findet statt am:
Verkaufsoffene Sonntage:
Kinderführung am Internationalen Museumstag:
Kinderführungen in den Ferien:
Vergessene Berufe, vergessenes Handwerk – Was der Wald für unsere Ahnen bedeutete
Auf dem Weg durch die einzelnen Abteilungen im Waldmuseum lernen wir Berufe und Handwerke kennen, die schon längst in Vergessenheit geraten sind. Handwerker sind heute knapp und werden überall händeringend gesucht. Vielleicht ist die Erinnerung an altes Handwerk für junge Leute Ansporn, sich der händischen Arbeit von früher wieder mehr anzunehmen und sie durch kreative Ideen weiterzuentwickeln.
Themen: Ameisler, Aschenbrenner, Hirten (Schachtenbeweidung), Holzhauer / Rusler / Trifter, Holzdrahthobler händisch, Holzmühlen (Papierherstellung), Köhler, Kuftaufelsäger / Binder, Lohschäler / Gerber, Mistelsteiger (Friedenspflanze), Röhrmeister (Wasserrohre), Pecher / Harzer, Schaufelmacher, Salzsäumer / Wegemacher (Burgstall), Seifensieder, Siebzargenhersteller, Stellmacher oder Wagner, Tierpräparator, Tonholz-Bauernwald (Musikinstrumente), Vogler, Beeren- / Pilzsammler (neue Idee Pilzpapier), Wurzelgraber, Zunderschwamm-Steiger und -Verarbeiter, Zündholzstoßer und mehr.
Referentin: Marita Haller
Treffpunkt: Foyer Waldmuseum
Programmdauer: 90 Minuten
Zeit: 10.30 – 12.00 Uhr
Gebühr: Reguläre Führungsgebühr
Unter dem Motto „Sitz ma uns ins Eckerl und häkelnd uns a Fleckerl“ besteht am verkaufsoffenen Sonntag im Waldmuseum Zwiesel die Möglichkeit, unter Anleitung der versierten Volkskundlerin Magdalena Proft „Sitzfleckerln“ (Granny Squares) zu häkeln, die man dann zum Beispiel auch in der Kirche zum Draufsetzen verwenden kann. Bitte möglichst selbst eine Häkelnadel in Größe 5 mitbringen.
Zeit: 11.00 – 13.00 Uhr
Ort: „Herrgottswinkel“ in der Pädagogik 2 im Waldmuseum
Teilnahme: Personen ab 12 Jahren, jüngere Kinder nur in Begleitung Erwachsener
Im Herbst und Winter wurden im Bayerischen Wald von Frauen und Mädchen Handarbeiten in der Stube erledigt, für die im Sommer keine Zeit war. So wurden Socken auf Vorrat gestrickt oder auch die sogenannten „Pfoutscherl“, kleine Babyschühchen. Diese sollen in diesem Museumsprogramm hergestellt werden. Wir lernen ein einfaches Modell zu stricken, das mit verschiedenfarbigen Garnen individuell gestaltet werden kann. Das sichere Stricken von linken und rechten Maschen sollte beherrscht werden.
Zeit: 11.00 – 12.30 Uhr
Ort: „Herrgottswinkel“ in der Pädagogik 2 im Waldmuseum
Teilnehmer: Geeignet für Personen ab 12 Jahren
Handarbeiten zum Muttertag waren Tradition in den Schul- und Kinderstuben. Auf der Strickliesel wurden die ersten Strickversuche gemacht und das Ergebnis anschließend weiterverarbeitet. Die Schülerinnen und Schüler lernen das Stricken mit der Strickliesel und fertigen dann „Schlangen“ aus knallbunten Wollfäden. Die Strickliesln werden im Museum zur Verfügung gestellt, man kann sie aber auch gerne im Museumsshop kaufen. Im Anschluss werden damit schöne Blumenkarten zum Verschenken gestaltet.
Zeit: 14.00 – 15.30 Uhr
Ort: „Herrgottswinkel“ in der Pädagogik 2 im Waldmuseum
Teilnehmer: Geeignet für Personen ab 6 Jahren
Unter dem Motto „Sitz ma uns ins Eckerl und häkelnd uns a Fleckerl“ besteht am verkaufsoffenen Sonntag im Waldmuseum Zwiesel die Möglichkeit, unter Anleitung der versierten Volkskundlerin Magdalena Proft „Sitzfleckerln“ (Granny Squares) zu häkeln, die man dann zum Beispiel auch in der Kirche zum Draufsetzen verwenden kann. Bitte möglichst selbst eine Häkelnadel in Größe 5 mitbringen.
Zeit: 11.00 – 12.30 Uhr
Ort: „Herrgottswinkel“ in der Pädagogik 2 im Waldmuseum
Teilnehmer: Geeignet für Personen ab 12 Jahren
Die Zeit der kalten Füße kommt wieder. Wer sich nicht die Plastikdinger aus dem Discounter anziehen möchte, kann selbst tätig werden. Man sollte bereits sicher rechte und linke Maschen stricken können. Angesprochen sind alle, die ein bereits angefangenes Strickzeug herumliegen haben und nicht mehr wissen, wie das Fersenkapperl oder die Spitze gearbeitet werden. Nadelspiel, Sockenwolle und angefangenes Strickzeug bitte mitbringen.
Zeit: 14.00 – 15.30 Uhr
Ort: „Herrgottswinkel“ in der Pädagogik 2 im Waldmuseum
Teilnehmer: Geeignet für Personen ab 12 Jahren
Tschechische Führungen können auf Anfrage vereinbart werden – Telefon Waldmuseum.
Das Waldmuseum als gesellschaftlicher Brückenbauer
Museen haben traditionell die Aufgabe, Kulturgüter zu bewahren und zu präsentieren. Das Waldmuseum geht jedoch einen Schritt weiter. Es versteht sich als ein Ort der Begegnung und des Austauschs. Durch seine vielfältigen Angebote spricht es ein breites Publikum an. Familien, Schulklassen, Touristen und Einheimische finden hier gleichermaßen einen Zugang zur Geschichte und Kultur des Bayerischen Waldes.
Wie fühlte es sich für große und vor allem kleine Menschen früher an, mit Federn zu schreiben? Wie kommt die Tinte auf das Papier und woher kommen immer diese Kleckse? Gemeinsam probieren wir in diesem Workshop das Schreiben mit Glasfedern aus. Wir üben zunächst einfache Schriftelemente, lernen dann die alte deutsche Schrift kennen und versuchen uns an ersten Wörtern. Die Glasfedern werden zur Verfügung gestellt, können aber auch im Museumsshop erworben werden. Unter Leitung von Magdalena Proft.
Zeit: 10.30 – 13.00 Uhr
Ort: „Herrgottswinkel“ in der Pädagogik 2 im Waldmuseum
Teilnahme: Personen ab 12 Jahren, jüngere Kinder nur in Begleitung Erwachsener
Eng verbunden mit der Geschichte Zwiesels ist der Zwieseler Ritter. Zwiesel verdankt seinen Namen und sein Wappen seiner besonderen geografischen Lage am Zusammenfluss des Großen und des Kleinen Regen. Der Dreiecksschild, der im Wappen dem Zwieseler Ritter beigegeben ist, zeigt in der heraldisch linken Hälfte den halben Reichsadler und auf der rechten Seite 21 blau-weiße Rauten. Diese Elemente erinnern an Kaiser Ludwig den Bayern, der 1342 das Gebiet von Zwiesel bis zur böhmischen Grenze an Hartwig von Degenberg übergeben und es von Steuern befreit hatte. Bis heute nimmt Zwiesel eine wichtige Stellung im Grenzgebiet zwischen Bayern, Böhmen und Österreich ein.
An den Zwieseler Ritter anknüpfend wollen wir eine lebendige Brücke von der Gegenwart in die Vergangenheit schlagen. Unter Leitung von Stephanie Falkenstein.
Vom Zwieseler Ritter zum eigenen Wappen
Nach einem Museumsrundgang auf der Suche nach dem Stadtwappen und dem Zwieseler Ritter im stadtgeschichtlichen Teil der Ausstellung im Waldmuseum entwickeln wir unser eigenes Familienwappen als Linolschnitt.
Treffpunkt: ab 14.00 Uhr im Waldmuseum
Eintritt: frei
Hinweis: Materialkosten je nach Bedarf, Spenden erwünscht
Teilnahme: Personen ab 12 Jahren, jüngere Kinder nur in Begleitung Erwachsener
Zusammen mit der Museumsleitung wird die aktuelle Ausstellung auf antike Motive und antike Mythosvorstellungen untersucht. In der Kreativ-Lounge werden die Ergebnisse diskutiert, erfasst und skizziert. Nach der Mittagspause werden eigene Ideen „mythischer Wesen“ in der „Weagstod“ des Museums auf Glas umgesetzt.
Termine:
Die Rezeption des antiken Mythos in der aktuellen Glaskunstausstellung I
11.08. – Seminar mit Aktiv-Programm ab 11.30 Uhr – Anmeldung erforderlich
Die Rezeption des antiken Mythos in der aktuellen Glaskunstausstellung II
12.08. – Seminar mit Aktivprogramm ab 11.30 Uhr – Anmeldung erforderlich
„Künstlergespräche und Kunstbetrachtungen“
17.08. / 18.08. jeweils ab 18.00 Uhr
17.08. – Betrachtungen zu den Archetypen des kollektiven Unbewussten C. G. Jungs – auf der Suche nach entsprechenden Mustern, Symbolen und Charakteren in der aktuellen Glaskunstausstellung 2026, optional mit den anwesenden Künstlern, Moderation: Museumsleitung, Teil 1
18.08. – Betrachtungen zu den Archetypen des kollektiven Unbewussten C. G. Jungs – Atemholen mit Kunst. Wir versuchen uns auf künstlerischem Weg an das eigene Unbewusste heranzutasten und damit zu experimentieren, optional als Gemeinschaftsarbeit mit den anwesenden Künstlern, Teil 2
Eintritt: frei
Hinweis: Es fallen nur Materialkosten nach Bedarf an, Spenden sind erwünscht
Animismus und Mystik im Bayerisch-Böhmischen Waldgebirge
Dialogrundgang mit Workshop am 25.08. / 26.08., jeweils ab 15.00 Uhr
Gemeinsam mit der Museumsleitung begeben wir uns zunächst im Museum auf die Spuren animistischer Vorstellungen und diskutieren im Rahmen einer Dialogführung traditionelle Erscheinungsformen des Übernatürlichen in unserer Region. Dabei kann es um Märchen und Aberglauben, aber auch um Phänomene wie Glashüttengeister, Waldpropheten und Ähnliches gehen. Anschließend begeben wir uns in der Glaskunstausstellung auf die Suche nach der modernen Rezeption regionaler, traditioneller Motive.
Anknüpfend an Diskussion und Rundgang am Vortag treffen wir uns mit der Museumsleitung in der Museumswerkstatt und versuchen, unsere von den Eindrücken des Museums und der Glasausstellung beeinflussten Ideen zu beschreiben, zu skizzieren und anschließend als Linolschnitte umzusetzen.
Die Ergebnisse der Aktivprogramme werden im Rahmen einer virtuellen Galerie auf Social Media gezeigt. Es handelt sich um ein Programmangebot für Personen ab 16 Jahren. Eintritt frei, Materialkosten entsprechend dem persönlichen Bedarf, Spenden sind erwünscht.
Begleitend zum Thema der diesjährigen Glaskunstausstellung basteln wir wilde Wesen aus Vorhangstoff, Pfeifenputzern, Papierkugeln, Stäben und Zahnseide. Workshop unter Leitung von Magdalena Proft.
Zeit: 14.00 – 15.30 Uhr
Ort: Waldmuseum, Pädagogik „im Herrgottswinkel“
Gebühr: 5 €
Begleitend zum Thema der diesjährigen Glaskunstausstellung basteln wir wilde Wesen aus Vorhangstoff, Pfeifenputzern, Papierkugeln, Stäben und Zahnseide. Workshop unter Leitung von Magdalena Proft.
Zeit: 14.00 – 15.30 Uhr
Ort: Waldmuseum, Pädagogik „im Herrgottswinkel“
Gebühr: 5 €
Herbstferien
Der Herbst ist die Zeit des Erntedanks. Aber sobald die Nächte länger werden, ist der Herbst auch die Zeit der Geister und Dämonen. Und bevor noch die Kürbisse zu leuchten beginnen und mit ihren breit lachenden Fratzen die Städte und Dörfer erobern, gibt’s bei uns im Waldmuseum ein schaurig-schönes Vorgruseln mit geheimnisvollen Schrumpel-Rüben-Geistern und runzelig-warzigen Rübenteufeln.
Die Rübengeister oder Rübenteufel gehen ursprünglich auf den Brauch des Habergeißtreibens zurück – ein Brauch, der im Bayerischen Wald besonders im Winter eine wichtige Rolle spielte. In der Mitte des 19. Jahrhunderts tauchte eine Feldfrucht auf, die den Brauch etwas veränderte: die Runkelrübe, auch Futter- oder Zuckerrübe genannt. Rüben haben Warzen und Wurzeln und können mit nur wenigen Handgriffen zu beeindruckenden Grusel-Fratzen geschnitzt werden. Diese steckte man auf einen Stab, den die Verkleideten vor dem Körper über dem Kopf hielten. Mit einer Kerze im Inneren erwachte diese Gruselrübe zum Rübengeist oder Rübenteufel.
Wir wollen im Waldmuseum solche Rübengeister schnitzen. Allerdings sollte jedes teilnehmende Kind von einer erwachsenen Person begleitet werden, die zuverlässig beim Aushöhlen der Runkelrüben zur Seite stehen kann. Die Rübengeister werden wir dann in der Dämmerung im Hoftheater des Museums zum Leuchten bringen.
Wann: 03.11. ab 15.00 Uhr
Wo: Pädagogik und im Hof des Waldmuseums
Gebühr: Gute Laune
Hinweis: Teilnehmen dürfen erwachsene Personen nur in Begleitung von Kindern