Raum für Zeit und Ewigkeit

Tod und Zeit und die Endlichkeit der Zeit auf Erden. Sobald ein Eröffnungstermin feststeht, geben wir diesen bekannt.

Objekte rund um diese Thematik stellen den Schwerpunkt der Ausstellung „Raum für Zeit und Ewigkeit“ dar. Uhrwerke aus dem Bestand des Waldmuseums, tradierte und spannende Themen wie Totentänze, Scheintod und Totenbräuche sowie Hintergrundwissen zu Friedhofsordnungen und fürstlichen Begräbnissen bilden die Grundlage der Ausstellung. Der Fokus liegt hierbei auf dem bayerischen Wald, mit Blick in den Böhmerwald.

In der Sammlung des Waldmuseums gibt es herausragende Exponate zur Zeitmessung, die auch die vorherrschenden und kulturprägenden Materialien wie Glas, Holz und Stein verwenden. Darunter auch die Turmuhr der ehem. Pfarrkirche in Zwiesel.

Thomas Mann sagte: „[Vergänglichkeit] ist die Seele des Seins, sie ist das, was allem Leben Wert, Würde und Interesse verleiht, denn sie schafft Zeit, – und Zeit ist, wenigstens potentiell, die höchste, nutzbarste Gabe.“

Der Umgang mit dem Tod hat sich im Lauf der Geschichte verändert; Totenbretter, Grabschmuck, Votivbilder und Versehgarnituren erzählen von vergangenem Brauchtum. Auch die Totenwache mit Angehörigen und Nachbarn und die hohe Kindersterblichkeit gehören der Vergangenheit an. Dem Besucher der Ausstellung sollen eben jene Veränderungen in Kultur und Gesellschaft veranschaulicht werden.

1. Mementosargerl, 1715-1735:
1. Mementosargerl, 1715-1735:
Epitaph des Johann Jakob Poschinger, Geb. 1644, gest. Dezember 1697:
2. Epitaph des Johann Jakob Poschinger, Geb. 1644, gest. Dezember 1697:

1. Mementosargerl, 1715-1735: Das Kreuz als Lebensbaum, aus dem Schädel Adams entwächst der Lebensbaum aus den Samen des Paradiesbaums. Aus seinem Holz wurde das Kreuz gemacht, an das Christus genagelt wurde. Christus hätte also am Erkenntnisbaum, dessen Frucht zur Sünde führte, den Tod als Folge der Sünde besiegt und durch das Kreuz den Erkenntnisbaum in den Lebensbaum verwandelt.

2. Epitaph des Johann Jakob Poschinger, Geb. 1644, gest. Dezember 1697; Der Ehren König lasst mit Dörnen sich hie krönen Da mit der Satan uns nicht ewig möchte verhöhnen Sein Reichs Zierd ist ein Rohr und altes Purpurkleid Dabey er wird verlacht; ja ins Gesicht verspeyt. Johann Jacob Poschinger, selg., gewesner Glashüttenmeister, Maria, dessen Ehefrau selig, Anna Maria selig, Maria Teressia selig, Eva Maria, Maria Magdalena selig.

Käthe Hoch 1873-1933

Käthe Hoch 1873-1933

Katharina Kreszenz Schöller wurde am 31. August 1873 in Zwiesel als Tochter des Eisenbahningenieurs Wilhelm Schöller und seiner zweiten Ehefrau Kreszenz geboren. Nach dem frühen Tod der Eltern wuchs sie zusammen mit zwei Schwestern bei ihrer Tante Augusta Schöller in München auf, besuchte von 1891 bis 1894 die Münchener Damenakademie und wurde Mitglied im Künstlerinnen-Verein. Käthe Hoch besuchte in Paris das Atelier Julliard und hatte Kontakt mit dem Künstler Henri Toulouse-Lautrec. Sie war zweimal verheiratet und geschieden sowie Mutter von drei Kindern. Käthe Hoch war Mitglied im von Oskar Maria Graf gegründeten Jung-Münchner Kulturbund, der sich gegen den aufkommenden Nationalismus stellte. Im März 1933 stürmte die SA ihre Wohnung mit Atelier in München, Georgenstraße 68/4, und verwüstet diese. Käthe Hoch starb kurz darauf am 31. Mai 1933.

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